Startseite Entertainment Wie geht’s? Danke, eigentlich ganz dicht.

Wie geht’s? Danke, eigentlich ganz dicht.

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Nachdem es hier in letzter Zeit etwas stiller geworden ist, wollen wir mal wieder einen Blick unter die Haube werfen Es kann ja schließlich nicht angehen, dass wir uns als Handy-Plattform ohne jede Erklärung durch den Äther bewegen. Frei nach dem Motto: „Strom kommt aus der Dose, Erbsensuppe auch, und das Handy kommt von uns!“
So kann man das zwar sehen – stimmt alles irgendwie, aber damit wollen wir uns nicht zufrieden geben. Schließlich sind diese Sachen mit dem Ursache-Wirkung-Prinzip in Wahrheit ganz interessant.
Also schauen wir dem Schmetterling mal heute unter die Flügel; oder eher
auf die Fühler.
Denn heute geht es um das Mobilfunknetz: Quell allen digitalen Rauschens, unversiegbarer Strom aller Nachrichten und Treibriemen hinter dem allgegenwärtigen Klingeln, Surfen und Whatsappen.

Am Anfang war der User. Oder ein paar mehr.
Stand Ende 2014 waren mehr als 110 Millionen SIM-Karten in Deutschland aktiv, Unterversorgung ist also vorläufig nicht das große Thema. Aber anders als oft vermutet kommunizieren Smartphones und Handys nicht untereinander, sondern sind auf eine dezentrale Infrastruktur mit idealerweise möglichst großer Abdeckung angewiesen. Diese Aufgabe übernehmen die immer häufiger anzutreffenden Basisstationen, gut erkennbar an den weithin sichtbaren Balken-Antennen.
Zumeist sind je drei Stück an einem Mast angebracht. Sie decken einen Sende- und Empfangsraum von jeweils 120° ab (also zusammen 360° – logisch) und bilden zusammen eine Funkzelle mit einer Sendeleistung von maximal 50 Watt. Über 120.000 bundesweit sind es z.Z.
Interessant: Die Infrastrukturfabrikanten sind keine Unbekannten. Neben altvertrauten Handy-Veteranen wie Nokia und Ericsson sind auch die chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei und ZTE gut im Geschäft.

Gerade in jüngerer Zeit ist die Zahl der Antennen deutlich angewachsen – vor allem in Ballungsgebieten. Und das hat mit der dynamischen Ausnutzung der Funkzellen zu tun. Denn während klassische GSM-Netze in der Prä-Smartphone-Ära statisch angesteuert wurden, sind 3G- und 4G-Netze volatil ausgelegt. Je mehr Nutzer gemeinsam in einer Funkzelle unterwegs sind, desto geringer ist die räumliche Abdeckung. Und bei wachsenden LTE-Nutzerzahlen ist die Konsequenz naheliegend: Man baut Antennen, Antennen, Antennen.

Trotz mehr und mehr Sendemasten kommt es aber immer noch zu vereinzelten Gesprächsabbrüchen beim sog. „Handover“. Das ist die Übergabe eines Teilnehmers von einer Basisstation an die nächste. Hauptprobleme: zu hohe Reisegeschwindigkeit des Teilnehmers (Phänomen bekannt, liebe Bahnfahrer?) und zu viele Nutzer in einer Funkzelle. Bei Großveranstaltungen stellen Netzbetreiber deshalb schon mal etliche mobile Basisstationen auf, um den punktuellen Andrang ins Funknetz bewältigen zu können. Klingt irgendwie low-tech? Verstehe.
Nun, im Film Blade Runner heißt es doch so schön: „Das Licht, das doppelt so hell brennt, brennt eben auch nur halb so lang.“ So ähnlich verhält es sich mit der derzeit eingesetzten Technik 2G/3G/4G auch. Doch keine Sorge. Den Netzbetreibern ist das Problem bekannt, schließlich erhöht der aufwändige Einsatz von Infrastruktur auch die Kosten. Aber der Fortschritt schreitet voran. Und auch wenn es bis zur tatsächlichen Umsetzung noch etwas dauert, wird die nächste Generation 5G die Aufnahmekapazität aller Mobilfunknetze deutlich steigern.

Noch kurz zurück zur Gesprächsübertragung; ist ein Nutzer einmal im Mobilnetz eingeklinkt, wird sein Gespräch entweder per Richtfunkantenne (vor allem bei Mobilstationen) oder per Kabel an das Mobile Service Center des Providers weitergeleitet, eine Art zentraler Vermittlungsknoten. Auch die Mailbox oder die Weiterleitung eines Gesprächs werden hier geschaltet.
Ausblick: Wir werden wohl mittelfristig mehr Antennen bekommen, so oder so. Das Problem der fehlenden Netzabdeckung dürfte also in näherer Zukunft gelöst sein. Berechtigter Einwand: Optisch sind die Dinger eher so… naja.
Aber Rettung naht – in den USA ist man bereits dazu übergegangen, Antennenmasten ortsüblich im Palmen-Look zu konstruieren.
Gar nicht schlecht.

Unser Gestaltungsvorschlag, angepasst an hiesige Gepflogenheiten: Hirschgeweihe!

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