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America first? Apple everywhere!

America First
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Mit dem neuen Mann im Weißen Haus hat sich Apple schnell arrangiert: iPhones sind höchstwahrscheinlich schon sehr bald „Made in USA“. Cupertino kann’s recht sein, denn wirtschaftlich spielt man eh längst in einer anderen Liga. Wie weit der Arm von Apple reicht, zeigt der Einstieg des US-Provider Sprint bei der Jay-Z-Plattform Tidal.

Er wurde mit Erleichterung aufgenommen, der Einstieg von US-Mobilfunkanbieter Sprint beim Jay-Z-Streamingportal Tidal. 33 Prozent des darbenden Musikdienstes übernimmt der Provider und will den Einstieg dazu nutzen, Sprint-Kunden künftig exklusive Inhalte anzubieten. Die Kombination aus Sprint-Vertrag und Tidal-Zugang soll neue Käuferschichten erschließen. Doch Sprint und Tidal sind nicht die einzigen, die von dem Deal profitieren.

Ein  teures Hobby und ein Streamingdienst mit Ambitionen

Reiche Menschen haben exklusive Hobbies. Privatflugzeuge, Luxusanwesen oder Kunstsammlungen gehören da in gewissen Kreisen schon fast zum guten Ton. Etwas exklusiver, und in der Summe wohl dauerhaft teurer ist das Freizeitengagement von Hip-Hop-Star Jay-Z ausgefallen. Für die bescheidene Summe von rund 60 Millionen US-Dollar übernahm er vor zwei Jahren den Streaminganbieter Tidal, der trotz verhältnismäßig geringer Mittel und dank Jay-Z’s persönlicher Kontakte Neuveröffentlichungen von Stars wie Beyoncé und Rihanna ins Programm holen konnte und damit wider Erwarten zu einem ernstzunehmenden Player im hartumkämpften Streamingmarkt wurde. Doch

Jay Z
Tidal-Eigner Jay-Z: Kann nach dem Deal mit Sprint wieder aufatmen.

Verbreitungsrechte sind alles andere als günstig. Je größer der Name des Künstlers, desto wichtiger die Reichweite, die ein Dienst braucht, um die Songs eines Topstars dauerhaft anbieten zu können. Und angesichts der drückenden Spotify-Konkurrenz hielt sich im vergangenen Jahr wacker das Gerücht, Tidal sei in schweres Fahrwasser geraten und suche nach einem Investor.
Umso niederschmetternder wirkte im September die Nachricht, Apple sei trotz anderslautender Gerüchte nicht an einem Einstieg bei Tidal interessiert. Stattdessen schien sich der iPhone-Konzern sich auf seine eigenen Aktivitäten konzentrieren zu wollen.

Der Einstieg durch die Mitte

Doch Apple hatte offenbar anderes im Sinn, als ganz auf den Einstieg zu verzichten, vielmehr stand möglicherweise ein indirekte Strategie Pate. Und die funktioniert so: Sprint, besagter Mobilfunker mit dem frisch erworbenen Anteil am Jay-Z-Dienst ist nicht etwa ein eigenständiges Unternehmen. Nein, genau genommen handelt es sich bei dem US-Provider um ein vollständiges Tochterunternehmen der japanischen Softbank. Ja, Softbank – Genau die Softbank, mit der US-Präsident Trump nach seinem Wahlsieg ein gewaltiges Investitionspaket in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für die USA ausgehandelt hatte.
Für die Softbank kam Trumps Wahlsieg zu einem günstigen Zeitpunkt. Denn zuletzt 2014 hatte Softbank versucht, Sprint mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA zu fusionieren, war damals allerdings an den US-Aufsichtsbehörden gescheitert. Und die Chancen für einen neuerlichen Anlauf stehen mit einer neuen Exekutive im Amt deutlich besser – zumal mit einer Exekutive, die am investiven Wohlwollen der Softbank interessiert ist.

Apple investiert und schweigt

Tim Cook
Schwierige Entscheidungen in einem komplexen Umfeld: Apple-CEO Tim Cook

Delikat: Kein anderer als Apple hat erst Anfang Januar verkündet mit einer soliden Milliarde Dollar in Softbanks Technologie-Fond einzusteigen. Der Einstieg von Sprint bei Tidal bedeutet damit für alle Beteiligten in eine echte Win-Win-Situation:
Tidal hat wieder Luft zum Atmen, Sprint kann fortan seine Marktposition mit dem Argument exklusiver Inhalten ausbauen. Softbank könnte nach einer möglicherweise doch noch erfolgreichen Fusion mit T-Mobile einen der größten Carrier in den USA in sein Portfolio aufnehmen, für den es dann auch noch einen exklusiven Streamingdienst im quasi-hauseigenen Angebot hat.

Und Apple? Apple genießt nun ein indirektes Mitspracherecht an Tidal. Auch strategisch allemal ein logischer Schritt. Softbank und Apple haben mit dem Tidal-Deal einen weiteren Anknüpfungspunkt auf im großen Smartphone-Biotop etabliert. Denn umgekehrt hatte Softbank erst im Juli 2016 Apples Chip-Designer ARM übernommen.

Apple hingegen sichert sich mit dem Einstieg in die Softbank-Investitionsoffensive doppelt ab: Mit einer steuervergünstigen Fertigungslinie in den USA und einer Beteiligung am Trumpschen Konjunkturpaket via Softbank nimmt sich Apple zunächst einmal aus der Schusslinie präsidialer Allüren. Alles in allem: Kein schlechter Zug, Mr. Cook.

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