Startseite Entertainment Harte Zeiten für kurze Nachrichten.

Harte Zeiten für kurze Nachrichten.

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Neueste Zahlen belegen, was alle längst ahnten: Die SMS stirbt langsam aber sicher aus. Rund 73,8 Millionen SMS wurden in Deutschland 2014 pro Tag verschickt (Zahl geschätzt). Das entspricht in etwa dem Stand von 2008 und bedeutet einen beispiellosen Niedergang des einst wichtigsten Kurznachrichtendienstes. Ihren Höhepunkt hatte die SMS im Jahr 2012. Damals gingen jeden Tag rund 163 Millionen SMS durch den Äther.

Zu schaffen machen der einst so beliebten SMS vor allem neue Konkurrenten wie Whatsapp, Threema oder Telagram. Zum Vergleich: Allein im April 2014 wurden weltweit 44 Milliarden(!) Whatsapp-Nachrichten verschickt. Rund zwei Drittel aller Smartphone-Nutzer haben die App auf ihrem Gerät installiert.
Die SMS entstand ursprünglich als Beiprojekt des GSM-Standards in den Achtzigerjahren. Trotz ihrer ursprünglichen Limitierung auf 160 Zeichen pro Einzelnachricht hielt auch sie mit dem Siegeszug der Handys in den Neunzigern Einzug in den Alltag. Sie war ein wesentlicher Faktor bei der Verbreitung von Emoticons und Abkürzungen wir LOL, ROFL usw. im allgemeinen Sprach- und Schriftgebrauch.

Wirklich überraschend sind die neuen Zahlen nicht. Die SMS liegt schon länger unter Feuer, schon 2012 berichtete die Deutsche Welle von harten Umsatzeinbußen und flauen Aussichten für den Standard von gestern. Vor allem überholte Kostenmodelle machten der SMS in der Vergangenheit zu schaffen. Denn während Whatsapp, Threema und Konsorten quasi kostenlos via Internet funken, wurden SMS in früheren Jahren per Einzelpreis abgerechnet und auf die Handyrechnung umgelegt. Zuletzt hatten alle Anbieter SMS-Flatrates ins Rennen geschickt – doch zu spät. Mit der SMS war bereits kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Letztlich hat sich der Konsument für die neuen Dienste entschieden. Unbegrenzte Nachrichtenlänge, Dateianhänge, Bildversand – Funktionen, mit denen die SMS nicht punkten kann, und von ihrer drögen Schwester, der MMS wollen wir an dieser Stelle lieber schweigen.

Fazit: VHS, Audiokassette, verbleites Benzin… Es ist mal wieder so weit: Ein Standard der Achtziger wird in Rente geschickt. Hat mal gut funktioniert, aber tempus fugit, wie der Lateiner sagt.
Mach’s gut, SMS. „wink“-Emoticon LOL, ROFL. HDGDL.

Quellen:
http://goo.gl/IXvVJ6
http://goo.gl/iluQVu
http://goo.gl/gBVDdD
http://goo.gl/XO1JVN

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