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Eine kabellose Angelegenheit – Wireless Charging

Wireless Charging
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Smartphones und Tablets ohne Kabel aufladen – Was lange wie ein Traum klang, wird immer mehr zur komfortablen Realität. Wireless Charging wird immer bekannter und lockt mit vielen Vorteilen. Allerdings ist die Technologie nicht für jeden Handybesitzer etwas.

Ist das Smartphone nicht entsprechend ausgestattet, wird das kabellose Laden eher schwierig. Doch dafür haben sich viele Hersteller schon etwas einfallen lassen. Zusatzteile können nachträglich im Handy verbaut werden oder der Tausch des Covers verhilft schon zum richtigen Upgrade. Induktive Ladevorgänge sind übrigens keine Neuigkeit, wie Besitzer einer elektrischen Zahnbürste wissen werden. Besonderes Merkmal dieser Induktions-Ladegeräte: Sie können ohne weiteres unter Wasser getaucht und abgewaschen werden, da die Spulen nicht über wasserempfindliche Kontakte, die sich im Gerät befinden, verbunden werden müssen.

Aufladen ohne Kabel – Wie funktioniert’s?

Derzeit sind zwei verschiedene Übertragungsmechanismen im Einsatz: Die induktive Methode und die Magnetresonanz-Methode, letztere ist allerdings derzeit in keinem auf dem Markt erhältlichen Gerät verbaut worden. Induktives Aufladen funktioniert über ein elektromagnetisches Feld, mit dem Energie zwischen zwei Geräten ausgetauscht werden kann. Das bedeutet, dass in dem Ladegerät eine Induktionsspule ist, die ein abwechselnd elektromagnetisches Feld aufbaut. Eine Induktionsspule im Smartphone nimmt die Energie aus dem elektromagnetischen Feld und wandelt sie in Strom um, um damit den Akku aufzuladen. Das Ladegerät erzeugt das elektromagnetische Feld und beginnt damit, Energie abzugeben, wenn sich eine weitere Induktionsspule nährt.

Wireless Charger

So unkompliziert kann Aufladen sein: Beim Wireless Charging wird das Gerät einfach auf das Pad gelegt und lädt dann automatisch auf.

Bereits 2009 wurde das erste Smartphone mit dieser Technik vorgestellt. Das Pre des amerikanischen Herstellers Palm, der 2010 von Hewlett Packard aufgekauft wurde, konnte mit einem passenden Wireless Charger, den sogenannten „Touchstone“ bestellen. Samsung hat zu seinen neuesten  Flaggschiffen einen Wireless Charger für rund 40 Euro präsentiert, No-Name-Modelle bekommt man im Netz schon ab 5 Euro. Für einige Mobilgeräte gibt es auch ganze Kits, die aus dem Charger und einer passenden Hülle bestehen. Das macht besonders bei Smartphones Sinn, die von Hause aus nicht mit der Technologie ausgestattet sind. Zu den kompatiblen Smartphones gehören zum Beispiel die neuesten Samsung-Modelle, das Nokia Lumia 735 und unter anderen auch viele LG-Modelle. Darunter auch ältere Modelle, wie das LG G2 und G3. Denn LG hat die erste Wireless-Charging-Lösung schon auf dem MWC 2012 vorgestellt.

Die perfekte Alternative?

Natürlich hat das kabellose Aufladen zahlreiche offensichtliche Vorteile: weniger Kabelsalat, bequemes aufladen, weniger Verschleiß des USB-Anschlusses. Aber die Technik ist noch vergleichsweise jung, weshalb sie noch nicht ganz ausgereift ist, was einige Nachteile mit sich bringt. Derzeit kommen Ladepads nur auf einen Bruchteil der Leistung eines normalen Ladegeräts. Das bedeutet nicht nur, dass der Ladevorgang länger dauert, sondern auch, dass der Stromverbrauch höher ist. Allerdings nur marginal: Stiftung Warentest hat induktive Ladegeräte, die in Ikea-Mödebln verbaut wurden, im letzten Jahr einem Test unterzogen und herausgefunden, dass bei täglichem Laden, Stromkosten von einem Euro mehr im Jahr aufkommen können. Was ebenfalls häufig bemängelt wird: Bei einigen Ladegeräten ist es umständlich das Handy während des Ladens zu benutzen.

Ladekabel und Lade-Pad

Was ist besser: Das Ladekabel oder ein Auflade-Pad?

Ist das gefährlich? Da sind sich Experten noch nicht ganz sicher. Viele meinen, das entstandene Feld sei ähnlich ungefährlich wie Radio-Wellen, denen wir uns täglich aussetzen und zudem nicht stark genug, um einen spürbaren Effekt auf den menschlichen Körper zu haben. Das Ein- und Ausstecken des Kabels sei sogar gefährlicher, weil es dabei unter Umständen zu Stromschlägen kommen kann. Allerdings ist man sich noch nicht sicher, welche Auswirkungen der dauerhafte unmittelbare Kontakt mit der elektromagnetischen Strahlung auf die Gesundheit hat.

Erstmal nur ein Life-Style-Produkt

Im Moment sind Wireless Charging-Stationen total im Kommen – weitergedacht können später auch Möbel oder Automobile mit der Technologie ausgestattet werden. Zumindest im Möbel-Sektor gibt es diese Entwicklung sogar schon. Das schwedische Möbelhaus Ikea verkauft seit 2015 Ladestationen, die direkt in Möbeln vorhanden sind oder nachgerüstet werden können.  So gibt es zum Beispiel die Ledelampe Riggad, eine Tischlampe mit integriertem Ladepad.

Die Technologie des Wireless Charging ist durchaus noch ausbaufähig. Momentan handelt es sich eher um ein tolles Zusatz-Gimmick, das bisher keine wirkliche Alternative zum normalen Laden bietet. Hier spielt besonders der Zeitfaktor eine Rolle. Spannend ist allerdings, was noch daraus werden kann. Die Startups Energeous und Ossia wollen die Technologie schon jetzt revolutionieren und haben mit WattUp und Cota zwei Prototypen für die Ladung per Funk vorgestellt. So muss das Smartphone nicht direkt an der Ladestation sondern kann bis zu neun Meter weit davon entfernt sein um aufzuladen. Wir sind gespannt, wie es sich noch entwickelt.

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