Startseite Entertainment Ein bisschen untot oder: Aus groß wird größer, auch wenn’s kleiner aussieht

Ein bisschen untot oder: Aus groß wird größer, auch wenn’s kleiner aussieht

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Wir waren gestern wahrlich nicht die einzigen, die sich auf die neuesten IDC-Zahlen gestürzt haben. Ja, ja. die Verkaufsstatistiken, mehr was für Krämerseelen und Pedanten, denkste – nichts ist so gut geeignet, um ohnehin bestehende Vorurteile zu unterfüttern, wie eine aktuelle Statistik!

Dieses Mal lohnt es sich aber tatsächlich hinzuschauen, für alle, die Samsung noch nie so richtig mochten, für Apple-Aficionados sowieso, und für Verschwörungstheoretiker ist diesmal auch ein Häppchen dabei. Eine der gestern erschienenen Veröffentlichungen hatte Absatzzahlen in Westeuropa zum Schwerpunkt. Ergebnis: Der Markt ist gesättigt. Keine Überraschung? Na gut. Stimmt auch, hat ja praktisch jeder ein Smartphone.
(Die aktuelle Statistik findet ihr übrigens über den Link unten, wie immer.)

Kurz in Zahlen: Während 2013 noch 183,7 Millionen Smartphones ausgeliefert wurden, waren es im vergangenen Jahr noch 174,1 Millionen und damit 5,2% weniger. Immer noch eine ganz erkleckliche Zahl, sollte man meinen.
In den letzten Wochen ist ja bereits einiges über Apples großartige Erfolge geschrieben worden. Mit dem iPhone 6/Plus ist Jobs Erben in der Tat ein Glanzstück gelungen. Hauptkonkurrent Samsung torkelte derweil kopflos durch den Markt. Gut, hatten wir alles, geschenkt. Wir wollen uns kurz einem besonders interessanten Ausschnitt zuwenden:

Verkäufe:

Apple 2013: 26,9 Mio. – 2014: 30,9 Mio.
Samsung 2013: 77,7 Mio. – 2014: 61,4 Mio.

Marktanteil nach Betriebssystemen:

iOS 2013: 19,6% – 2014: 21,2%
Android: 2013: 70,8% – 2014: 71,2%

Na, was aufgefallen? Apple verkauft mehr, und Android schneidet den Marktanteil. Wer sich am Ende also über die jüngste Entwicklung am meisten freut, dürfte klar sein, oder?

Der lachende Dritte.
Wenn jetzt einzelne Medien über Samsungs „Absturz“ schreiben und das hohe Lied auf Apples kongeniale Markenstrategie singen, dann gilt gleichzeitig aber auch, dass das nur ein Ausschnitt der Entwicklung ist. Den Herren von Mountain View kann’s herzlich egal sein, wer unter ihnen Marktführer ist.

Tragisches Ende
Einen qualvollen Tod hingegen starb im selben Zeitraum Blackberry. Die Zahlen schenken wir uns, aber sie liegen mittlerweile so niedrig, dass wir davon ausgehen können, dass das Geschäftsmodell in nächster Zukunft zumindest in Europa insgesamt hinfällig sein dürfte.

Die Leichenfledderer von Seattle
Freuen tut’s zweifellos Microsoft. Denn Windows Phone mausert sich mehr und mehr zur portablen Office-Welt für Unterwegsarbeiter. Es stellt sich die Frage, ob Google und Microsoft hier nicht wenigstens eine stillschweigende Allianz eingegangen sind, um das einstige Office-Phone Blackberry gemeinsam aus dem Markt zu quetschen (Ja, die haben’s auch selbst verpennt).
Abwegig? Keineswegs. Microsoft verdient bereits seit Jahren prächtig an Lizenzen aus dem Android-Kosmos und hat dem Vernehmen nach dieses Geld verwendet, um seine unprofitable Mobile-Sparte durchzufüttern.
Und Google? Google hat zum letzten Jahresende seinen Support für ältere Blackberry Enterprise-Varianten schon mal eingestampft, Blackberrynutzer mit betroffenen Geräten sind damit von Ihren Google-Konten abgeschnitten. Eine Verschwörung? Na gut, nicht ganz.
Aber Leichenfledderei? Ganz bestimmt.

Fazit
Ja, das Galaxy S6 war wirklich der Phaeton unter den Smartphones. Klare Ausrichtung auf das Top-Segment, aber zum Stilpunkte sammeln ungefähr so gut geeignet wie eine Mikrowelle für die Spitzengastronomie. Macht nichts, der schlafende Samsung-Riese ist längst aufgewacht – Stichwort Edge.
Apple freut’s, Microsoft sammelt die Blackberry-Reste ein, und Google reibt sich die Hände.
Und was die Stagnation angeht; wie Menschen so sind – sie werden auch weiterhin Smartphones kaufen: New is always better.

Quellen:
http://goo.gl/LJLh4l
http://goo.gl/EUeJhZ

Achja, die IDC:
Die IDC ist die International Data Corporation, ein global tätiges Marktforschungsinstitut mit Schwerpunkt auf IT, Telekommunikation und Consumer Electronics, ihre Web-Präsenz findet ihr unter dem ersten Link zur Statistik.

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