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Vom Smartphone abgelenkt

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Die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland steigt rasant und wirklich überall ist das Smartphone dabei. Auf der Arbeit, zuhause und leider auch im Auto. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass immer mehr Autofahrer ihr Smartphone auf der Autobahn benutzen. Offensichtlich ist vielen dabei nicht klar, welche Gefahr dieser Blindflug für sie und andere darstellt.

Ist der Fahrer nur eine Sekunde abgelenkt, reicht das schon für einen Unfall – besonders bei hohem Tempo. Denn wer während der Fahrt auf sein Handy schaut, wendet seine gesamte Aufmerksamkeit von der Straße ab und fährt im Schnitt zwischen fünfzig und hundert Metern im Blindflug. Die Verkehrspsychologen um Professor Doktor Mark Vollrath von der Technischen Universität Braunschweig beobachteten zwischen Februar und März 2016 2.000 Autofahrer auf der A2. 5,8 Prozent von ihnen tippten während der Fahrt auf ihrem Handy.

Wie betrunken am Steuer

Wer mit 50 km/h unterwegs ist und für nur eine Sekunde auf sein Handy schaut, fährt 14 Meter ohne auf die Straße zu achten. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h sind es schon 60 Meter. Eine Textnachricht zu lesen und zu beantworten dauert allerdings weitaus länger als eine Sekunde. Wer während der Fahrt eine Nachricht auf seinem Handy schreibt, fährt wie jemand, der 1,3 Promille Alkohol im Blut hat. Wer telefoniert bewegt sein Auto wie jemand, der 0,7 Promille hat.

Im Stadtverkehr ist die Ablenkung durch Smartphones erfreulicherweise zurückgegangen. In der Braunschweiger Innenstadt wurden 3.000 Autofahrer beobachtet, von denen nur noch 2,3 Prozent während der Fahrt auf ihrem Smartphone tippten. Im vergangenen Jahr waren es noch 4,3 Prozent gewesen.

Vier Sekunden blind auf der Straße

Eine weitere Studie aus Iowa hat sich vor allem auf Fahranfänger konzentriert. Der Wissenschaftler Daniel McGehee und seine Kollegen statteten Fahranfänger mit Kameras und Mikrophonen aus und zeichneten ihre Fahrten auf. Das Ergebnis: Zwölf Prozent aller Unfälle der Testpersonen passierten weil die Fahrer von ihrem Handy abgelenkt waren. In einem Video ist deutlich zu sehen, welche Folgen ein kurzer Blick auf das Smartphone haben kann. Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 4,1 Sekunden abgelenkt und kamen meist mit dem Schrecken davon.

Handy im Auto mit Halterung

In Deutschland ist es grundsätzlich nicht erlaubt, das Smartphone während der Autofahrt zu bedienen. Laut §23 der Straßenverkehrsordnung darf der Fahrer das Handy „nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss“. Wer von der Polizei erwischt wird, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Wird ein Fahrer mehrmals beim Tippen erwischt, riskiert er ein Fahrverbot. Bisher gilt dieses Verbot nur für Handys, allerdings fordern die Länder eine Ausweitung des Verbots auf alle elektronischen Geräte. Übrigens gibt es ein gleiches Verbot für Radfahrer.

Facebook und WhatsApp sind am Steuer unwichtig

Wie gefährlich es ist, Nachrichten am Steuer zu tippen, beweist der Fall einer 19-Jährigen, die während der Fahrt WhatsApp-Nachrichten schrieb und dabei auf zwei Radfahrer auffuhr. Dabei verletzte sie einen der Radfahrer tödlich, den zweiten lebensgefährlich.
Verkehrsexperten sind sich einig, dass das Unfallrisiko durch ein Handy am Steuer um das 6- bis 12-Fache ansteigt. Es sollte also jedem klar sein, dass kein Facebook-Status, keine Nachricht und kein Anruf so wichtig ist, dass er dafür sein eigenes und das Leben anderer riskieren sollte.

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