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Apple und die Autos

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Apple arbeitet an einem eigenen Elektroauto und spielt damit den Automobilherstellern in die Hände. Stichwort Adas.
Adas. Nicht ADAC.

Aber langsam. Bewiesen ist bislang nichts, und doch ist es das heißeste Süppchen aus der Gerüchteküche vom vergangenen Wochenende. So berichteten Wall Street Journal und Financial Times, Apple stelle verstärkt Spezialisten für Fahrzeugdynamik und Karosseriedesign ein. Außerhalb von Cupertino seien bereits Dutzende von Fachleuten damit beschäftigt „automotive products“ zu entwickeln. Geleitet wird die klandestine Operation angeblich von Ur-iPod-Schöpfer Steve Zadesky.

Wenn etwas dran sein sollte, dürfte in der Automobilwelt kein Stein auf dem anderen bleiben. Noch fristen Elektromobile ein Nischendasein, irgendwo zwischen Statussymbol und Wegwerfauto für zwischendurch. Sollte sich aber Apple tatsächlich aufmachen, den Massenmarkt „Auto“ aufzubrechen, könnte sich das ganz schnell ändern. Rein lifestyletechnisch braucht Apple schließlich keinen Nachhilfeunterricht, und alle, die bisher zur Mini-, Smart- und Teslafraktion gehören, dürften auch mit einem Apple-Car liebäugeln. Einen Namen gibt es auch schon, derzeit firmiert das Automobilprojekt angeblich unter der Bezeichnung „Titan“.
Wahrscheinlich ist, dass Apple ein eigenes Fahrzeug irgendwo im Kleinwagen-Segment ansiedeln dürfte, allein schon aufgrund der geringeren Reichweite von Elektrofahrzeugen – aber auch, weil man bei Apple traditionell eher mit dem Nimbus der Unverzichtbarkeit kokettiert, anstatt seine Produkte als Arbeitspferde zu vermarkten.
Dennoch bleibt zu bedenken, dass Apple in der Vergangenheit häufiger Projekte erst mit großem Aufwand verfolgt hat, nur um anschließend die Ergebnisse im Aktenschrank verschwinden zu lassen. Manchmal sind die „Lessons learned“ eben wichtiger als konkrete Produkte – möglich wäre das auch im aktuellen Fall, selbst wenn sich die Gerüchte letztlich als wahr erweisen sollten.
Zuletzt 2013 hatte Apple mit „Carplay“ ein iOS fürs Auto veröffentlicht, das auf die bestehende Entertainment-Infrastruktur modernder Autos aufsetzt und Services wie Siri und iTunes ins Auto holt. Ganz nett, mehr aber auch nicht. Weniger als ein ganz großer Wurf wäre mittlerweile allerdings eine üble Enttäuschung. Und so lässt sich vortrefflich spekulieren, welche Argumente Apple ins Feld führen könnte, um Autokäufer für einen Titanen zu überzeugen.

Reichweite:
Das wäre in der Tat ein Punkt. Aktuellen E-Mobilen geht nach maximal 200 Kilometern die Luft aus. Ein Anbieter, dem es gelingt, diese Grenze deutlich nach oben zu verschieben, sagen wir um 50 Kilometer, hätte ein Alleinstellungsmerkmal. Wie das gehen soll? Nun, abwarten. Aber Apples Ausschreibungsprofil (Karosseriedesigner & Fahrdynamikspezialisten, wir erinnern uns) lässt zumindest den Rückschluss zu, dass man sich an Leichtbau und Widerstandsverringerung versucht.

Internet:
Schon mal auf der A24 zwischen Berlin und Hamburg versucht, im Netz zu surfen? Ja? Dann wisst ihr, was ich meine. iOS im Auto ist ja bereits ein alter Hut. Wenn jetzt das leidige Thema „Internet unterwegs“ überzeugend gelöst wird, dann ist es kein weiter Weg mehr zu echtem Car-Entertainment. Das hängt aber vor allem an der technischen Infrastruktur durch die nationalen Provider. Und das kann dauern.

Adas:
Nein, kein Aufmerksamkeitsdefizit und kein Automobilclub, sondern Adas, besser bekannt als Fahrerassistenzsystem (engl. „Advanced Driver Assistance Systems“). Bedeutet konkret: Selbstfahrende Autos. Und das wäre wirklich etwas, das sonst keiner zu bieten hat, auch wenn sich mittlerweile auch die großen Autohersteller daran versuchen.

Möglich wäre es also, dass sich Apple an ein eigenes Automobilprojekt wagt, immerhin ist es kein ganz kleiner Markt, und beim Thema Elektromobilität gibt’s noch viel Luft nach oben. Genauso gut kann es aber sein, dass ein ganz anderes Gebiet im Mittelpunkt steht: B2B – man will den großen Fahrzeugherstellern in absehbarer Zeit ein verwertbares Vollprogramm autonomer Steuerungen anbieten! Gepaart mit dem bereits verfügbaren Auto-iOS und jahrelanger Erfahrung in der Generierung von Sekundäreinnahmen hätte man ein zugkräftiges Argument für Verhandlungen mit den Großen der Branche.
Und was das bedeuten könnte, kann sich jeder denken: Na? Vielleicht eine Fahrzeugheizung freischalten? Oder nur die hinteren Lautsprecher? Geh doch einfach in den iTunes-Store, und für 39,99 im Monat gehören sie Dir!
Oha.

Quellen
http://goo.gl/V4tJ5n
http://goo.gl/El8hLq
http://goo.gl/yFKoUD
http://goo.gl/SCpKBY
http://goo.gl/pTjGNI
http://goo.gl/XBT96x
http://goo.gl/ILXFik
http://goo.gl/xKOhj

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