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Ausblick 2017? Die Großen unter Druck

Ausblick 2017
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Samsung schlingert, Apple scheitert am eigenen Anspruch, und mit Microsoft und Nokia stehen zwei Totgesagte in den Startlöchern. 2016 war wirklich alles andere als gewöhnlich. Ja, da ist sie wieder – die Zeit der unvermeidlichen Jahresrückblicke. Aber keine Sorge; statt „Kinder, wisst ihr noch“-Geschichte zu erzählen, schauen wir einfach mal auf die aktuellen Brennpunkte der Tech-Branche.

Brennpunkt Südkorea – Samsung in der Krise

Galaxy Note 7
Flammendes Inferno: Das Samsung Galaxy Note 7

Stichwort Brennpunkt – wer hätte vor einem Jahr geglaubt, dass Weltmarktführer Samsung ein Jahr später in einer tiefen Krise stecken würde? Mit dem Galaxy S6 hatte Samsung einen Coup gelandet, das S7 stand ins Haus ins Haus und kaum, dass die Sommerflaute begann, würde das Galaxy Note das Weihnachtsgeschäft einläuten. Fast schon Tradition. Aber wie das so ist mit allzu erfolgsverwöhnten Unternehmen: Nachlässigkeit hält Einzug.
Tempo schlägt Sorgfalt, und auf einmal brennen weltweit die Akkus des wichtigsten Portfoliomodells. Ein schwerer Schlag, ein Milliardenschaden – der letztlich mit dazu beigetragen haben wird, dass Samsung derzeit seine Konzernstruktur auf den Prüfstand stellt. Unternehmensführung nach Gutsherrenart hatten Branchenexperten dem Konzern vorgeworfen, mit verheerenden Folgen für die Einführung des Note-7-Edelblechs. Ein Korruptionsskandal und der Vorwurf fehlender Effizienz haben dem Selbstbewusstsein des Überall-Konzerns aus Südkorea darüber hinaus einen gehörigen Knacks verpasst.
Fazit: Das Galaxy S8 – es muss, muss, muss ein Erfolg werden. Zumindest für Handykäufer ist das nicht die schlechteste Voraussetzung.

Apple stolpert

Steve Jobs
Bedrohtes Erbe – Seit dem Tod von Steve Jobs fehlt es Apple scheinbar an Gespür

Gerade noch konnte Apple mit erfreulichen Zahlen zum iPhone-7-Geschäft punkten, da dräut auch schon der nächste Schatten: Die vollmundig angekündigten „AirPods“ schaffen es einmal mehr nicht pünktlich in die Ladenregale. Offenkundig hat Apple Probleme mit der Synchronisation der kabellosen Schallzahnbürsten. Unschön.
Vor allem, wenn der Klinkenstecker beim iPhone 7 mit der Begründung versenkt wurde, die Technologie sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Kein Wunder, dass der scheidende Grandseigneur der Techblog-Szene mit Häme nicht spart:

„Apple Maps reift ueber Jahre beim Kunden, zwischen der Vorstellung des Apple Watch Flops und der Auslieferung lag mehr als ein halbes Jahr und mit seinen ueberteuerten Bluetooth-Kopfhoerern verpasst Apple das so wichtige Weihnachtsgeschaeft.“

Sascha Pallenberg, Mobilegeeks.de

Und damit nicht genug: Der Blätterwald rauscht vor Erfolgsmeldungen – für Microsoft. Ich wiederhole: Erfolgsmeldungen für Microsoft. Während Apple lange allein auf technologischen Sexappeal abonniert war, schien Microsoft anziehend wie Bill Gates‘ Brille.
Doch mit überzeugender Hardware, ansprechendem Design und Windows 10 gräbt Surface Apples MacBooks zunehmend das Wasser ab. Erfolgsmeldungen über Verkäufe zu veröffentlichen, das war doch mal die Domäne der Church of Steve. Oh tempora, oh mores!

Phoenix oder Asche? Nokia kehrt zurück

Nokia kehrt zurück
Bald mit Android: Nokia kehrt als Smartphonehersteller zurück.

Vermutlich die Meldung zum Jahresende: Nokia lebt. Zwar unter neuem Dach, aber mit erfahrener Mannschaft. Und die brennt für ihr Label. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Neustart, der die Fehler der Vergangenheit links liegen lässt und voll auf Qualität und Ergonomie setzt. Nokia – das war für Handys mal das, was Volkswagen (ohne Dieselskandal) für die Automobilbranche ist: Ein solider Name. Es gilt als ausgemacht, dass Nokia sein erstes neues Smartphone beim MWC Ende Februar vorstellen wird.

Auch Google greift Apple an

Hiroshi Lockheimer, u.a. für Android verantwortlicher Top-Manager bei Google, nimmt kein Blatt vor den Mund: Googles neue Top-Smartphones Pixel und Pixel XL nehmen gezielt altgewohnte Apple-Käufer ins Visier. Nicht ohne Grund zielen wesentliche Teile von Google Marketingästhetik auf den Geschmack der Apple-Gemeinde. Angesichts Apples derzeitiger Innovationsträgheit mag sich der eine oder andere iOS-Fan wohl zum Umstieg auf die Google-Welt bewegen lassen. Ungewöhnlich dennoch die Klarheit mit der Lockheimer das Wildern in fremden Gefilden zum Ausdruck bringt:

“I work with all partners, including the internal hardware team and Samsung, etc. I think for the Pixel specifically, they’re really trying to capture new users of smartphones, as well as users who are perhaps on other platforms. It’s always nice to expand the ‘pie’ of Android, not to change the look internally but to expand.”

Hiroshi Lockheimer, via 9to5Google

Götterdämmerung 2017?

Veränderung beginnt oft schleichend und kommt dann ganz plötzlich. Gelingt es Samsung, aus dem Galaxy S8 mehr zu machen als den dritten Aufguss von Galaxy S6, wird das Note-Debakel bald vergessen sein. Das Lehrgeld war teuer genug, und weitere technische Pannen kann und wird sich der Weltmarktprimus kaum erlauben. Geht Samsung jedoch auf Nummer sicher, und liefert einen schlichten Nachfolger ab, dürften sich mehr Kunden nach Alternativen umsehen.

Apple hingegen könnte vor echten Schwierigkeiten stehen. Sollten die AirPods nach dem peinlich zähen Start ein Flop werden, dürfte es eng werden für Apple-CEO Tim Cook. Ein dickes Finanzpolster und jedes Jahr ein neues iPhone mit marginalen Änderungen – das genügt Investoren ebenso wenig wie innovationsverwöhnten Kunden – der Umzug von immer mehr MacBook-Kunden in Richtung Surface Book wirft erste Schatten.

Die Wiedergeburt von Urgestein Nokia zeigt, dass echte Profis noch immer Potenzial im Geschäft sehen – allen Unkenrufen über Marktsättigung und Innovationsträgheit zum Trotz: Selbst wenn Samsung alles richtig macht, ist den Koreanern der Erfolg nicht mehr ohne Zweifel sicher. Nokia hingegen genügt zum Erfolg vermutlich schon, einfach nichts falsch zu machen.

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