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Frequenzen von der Glotze fürs Internet vom Masten

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Na, schon mal von DVB-T 2 gehört? Nein?
Macht nichts, hat fast niemand. Aber das kommt von alleine.
Spätestens wenn 2017 das Fernsehbild schwarz bleibt, weil die Bundesnetzagentur die aktuellen DVB-T-Frequenzen an Mobilfunkanbieter verkauft hat.

Wie? Was? Verkauft? Ja, genau.

Voraussichtlich 2017 beginnt die flächendeckende Ausstrahlung von DVB-T2, gleichzeitig geht DVB-T in Rente, denn am Mittwoch hat das Bundeskabinett beschlossen, die bisher vom Fernsehfunk belegten 700-Mhz-Frequenzen dem mobilen Internet zur Verfügung zu stellen, ähem, also vulgo zu verkaufen. Voraussichtlich noch dieses Frühjahr wird man dann zur Auktion schreiten. Nun, ganz neu ist das alles ja nicht. Stichwort UMTS. Wir erinnern uns: Im Jahre 2000 sorgte die Versteigerung der UMTS-Frequenzblöcke für erheblichen Wirbel. Mehr als 50 Milliarden Euro spülte die Versteigerung alter TV- und Funkfrequenzen in die Staatskasse (Pardon, es waren natürlich 98,8 Milliarden D-Mark). 2010 plätscherten dann noch ein paar Milliarden hinterher, aber das waren im Vergleich Peanuts.

Und nun also die DVB-T-Frequenzen. Gut, eines gleich vorweg: Andere Zeiten, andere Preise. Der Megadeal war schön für die Staatskasse, aber tödlich für das mobile Internet. UMTS war beim Endkunden-Preis einfach zu teuer. Kein Wunder, 50 Milliarden mussten schließlich wieder eingespielt werden. Außerdem waren die Lizenzen am Ende des Wettbietens so überteuert (Milliarden!), dass kleinere Anbieter schon früh nicht mehr mithalten konnten. Fairer Wettbewerb hätte anders ausgesehen. Nun, die Messe ist gelesen.

Aber warum jetzt die DVB-T-Frequenzen?
Die Antwort ist eigentlich gar nicht so schlecht. Wir kriegen Internet. Alle. Und schnell. Und das per Funk. Wie das? Die Bundesregierung hatte 2018 zur Zielmarke erklärt, um Deutschland flächendeckend mit Internetgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s zu versorgen – gerade in ländlichen Regionen kein leichtes Unterfangen. Investitionen von 20 Milliarden Euro hätte die Verkabelfaserung wohl verschlungen. Nun soll stattdessen die Funklösung die digitale Lücke schließen. Für LTE-Anbieter kein schlechtes Geschäft.

Ärgerlich ist das ganze natürlich für Otto-Normalverbraucher-Fernsehgucker. Wer vor etwa zwei, drei Jahren zugeschlagen hat, um displaytechnisch auf dem neuesten Stand zu sein, hat bald das Nachsehen und muss sich ab 2017 eine DVB-T2-Box anschaffen.

Zwar ließe sich trefflich darüber streiten, ob es überhaupt legitim ist, den Netzausbau auf dem Rücken der Fernsehzuschauer auszutragen – auch wenn DVB-T2 mit mehr Sendern, Full-HD auf allen Kanälen und jeder Menge Zusatzinhalte für sich wirbt. Aber es ist ein etwas merkwürdiges Verfahren, schließlich hat sich DVB-T damit gerade mal 15 Jahre als TV-Übertragungsstandard gehalten, wenn es 2017 abgeschaltet wird. Dem analogen Farbfernsehen waren noch mehr als 35 Jahre vergönnt.

Doch wir wollen auch die guten Seiten nicht vergessen. Ein Blick auf die Ausbaukarte für das Breitbandinternet offenbart einen wenig begeisternden Flickenteppich – zum Leidwesen von Mobilfunkkunden und, ja, auch Unternehmen.

Wir sind gespannt, ob der Aufwand lohnt.
Zeit wär’s. Also auf – ins digitale Zeitalter! Again. #DVBT2

Günstige Testgeräte für Euren TV-subventionierten Highspeed-Internetzugang per Funk kriegt Ihr dann natürlich bei uns „wink“-Emoticon

http://goo.gl/M6FNpr

Quellen:
http://goo.gl/8Zt5aX
http://goo.gl/xqL4oC
http://goo.gl/uyIkl2
http://goo.gl/5VwlD6
http://goo.gl/N9cXR0
http://goo.gl/iLT94Q

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