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Smartphones – Die teuren Begleiter?

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von Franziska Schade

Wer soll das bezahlen? Die Konzerne treiben die Preise für Smartphones scheinbar immer weiter in die Höhe. 1000 Euro sind für die kleinen Alleskönner längst keine Ausnahme mehr. Wir haben uns angeschaut, wie rasant die Preisentwicklung war und einen kleinen Ausblick in die Zukunft gewagt. Wohin geht die Preisreise?

Exklusivität durch hohe Preise

teaser_blog_preisentwicklung_medium_2An diesem Hersteller messen sich alle anderen, zumindest preislich gesehen – Klar es geht um Apple. Wer in die High-Society der Smartphone-Hersteller aufrücken will, der schaut sich an, wie der Konzern aus Cubertino es geschafft hat. Das Zauberwort lautet: Prestige. Das iPhone besticht vor allem durch sein Design, die einfache Bedienung und eine Mitgliedschaft im exklusiven Apple-Club. 2007 wurde das erste iPhone veröffentlicht, das zu dieser Zeit teuerste Smartphone der Welt. Verkauft wurde das Spitzen-Gerät mit einem superschnellen Einkernprozessor und einer atemberaubenden Größe von 3,5 Zoll für einen Preis von 399 Euro.

Dass Apple heute in weit höhere Sphären vorgedrungen ist, ist allseits bekannt. Schon 2010 überschritt man mit dem iPhone 4 die 600-Euro-Marke. Für 629 Euro konnte man das iPhone 4 mit 8 GB  oder, ein Jahr später, das 4s mit 16 GB erwerben. Für mehr Speicherkapazität mussten Kunden ein größeres Sparschwein schlachten. Bereits mit dem iPhone 5 näherte sich Apple der nächsthöheren Stufe. Hier war schon abzusehen, dass drei Jahre später ein weiterer Preis-Rekord gebrochen würde. 2015 präsentierte der Konzern das erste Smartphone, das mehr als 1000 Euro kostete, und damit wieder einmal das teuerste Handy der Welt war. Tatsächlich hatte Apple diesen Schritt sogar angekündigt. Nach dem iPhone 5s hatte der Konzern mitgeteilt, dass der erzielte Gewinn nicht so hoch gewesen sei wie erwartet, weshalb die Preise beim kommenden Modell wieder höher sein würden.

Goodbye Mittelklasse!

Samsung hat den Sprung vom Mittelklasse-Smartphone zum High-End-Modell schon lange vollzogen. Das neueste Flaggschiff des Marktführers zeigt, dass auch die Südkoreaner immer mehr Wert auf Prestige legen. Das hat man sich wohl bei Apple abgeguckt? Das kann man auch durchaus über die Preispolitik des Konzerns sagen. Während für das erste Modell der Galaxy S-Reihe bereits stolze aber noch bezahlbare 350 Euro verlangt wurden, musste man schon für den Nachfolger viel tiefer in die Tasche greifen. Die 500-Euro-Marke wurde geknackt, Samsung verließ den Mittelklasse-Sektor und brach auf zu neuen Ufern. Bis 2013 stieg der Markteinführungspreis der Flaggschiffe und Samsung konnte seine 2011 erlangte Marktführung trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, weiter ausbauen. Schon 2014 schien der Aufwärtstrend beendet. Nach dem Galaxy S4, das mit 729 Euro Listenpreis bis dato das teuerste Samsung-Modell war, erschien das Galaxy S5 für 699 Euro.

Hier kann man durchaus berechtigt vermuten, dass der Grund für die Preisminderung der mittelmäßige Erfolg des Galaxy S4 war. Nach dem großen Aufschwung hatte Samsung offenbar erwartet, ebenso große Erfolge mit seinem neuen Modell einfahren zu können. Zwar verkauften sich die ersten 10 Millionen Modelle des S4 weitaus schneller als der Vorgänger. Samsung schaffte es aber nicht noch einmal, einen so langfristigen Verkaufserfolg wie mit dem S3, zu erzielen. Hier war der Preissprung von knapp 600 zu 729 Euro offenbar zu groß. Beim Nachfolger, dem Galaxy S5, waren die Verkaufszahlen dann sogar so schlecht, dass Samsung bis zu 100 Euro Rabatt auf das Smartphone bot. Beim Galaxy S6 und S6 Edge explodierte der Markteinführungspreis wieder in durchaus galaktische Höhen. Diese Zahlen sollte man sich durchaus einmal auf der Zunge zergehen lassen: Saftige 699 Euro kostet das Samsung Galaxy S6 mit 32 GB Speicherplatz. Wer Wert auf mehr Speicher legt, zahlt natürlich mehr und wer gleich das High-End unter den High-End-Geräten möchte, fängt bei 849 Euro an zu zählen. Und wer glaubt, dass sich das nicht mehr steigern lässt, hat sich geschnitten. Für 1049 Euro gibt es das Samsung Galaxy S6 Edge+ mit 128 GB Speicher oder eben das aktuellere Modell: Das Samsung Galaxy S7 Edge+.

Angekommen im Hochpreis-Niveau

HTC stieg 2012 als Newcomer ins Hochpreis-Segment ein und präsentierte das erste Modell der One-Serie, das One X, das für 599 Euro zu haben war. Der taiwanische Hersteller schien vorher Schwierigkeiten zu haben, eine einheitliche Linie  und damit ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Nach einem Voll-Tastatur-Smartphone 2010, folgten 2011 ein kurzes Intermezzo mit Windows und Anfang 2012 die Ankündigung, dass man ein eigenes Betriebssystem in Asien etablieren wolle. Bis zum Start der One-Serie schien der Konzern einmal alles ausprobieren zu wollen. Dabei lieferten die Geräte immer durchaus solide technische Leistungen ab. HTC-Smartphones waren vor allem für die preisbewussten Kunden eine gute Wahl. Die One-Reihe spielt allerdings im Hochpreis-Segment mit und wird in jedem Jahr um ein neues Flaggschiff ergänzt, das besser aber auch teurer als der Vorgänger ist. Der Nachfolger des HTC One X, das HTC One X+, kostete schon 649 Euro und bewegte sich auf dem selben Niveau wie die Konkurrenz.

Zwar wurden auch die HTC-Smartphones immer teurer, mit den, mittlerweile überhöht erscheinenden, Preis-Standards von Samsung und Apple will der Konzern bisher aber offenbar noch nicht mithalten. Das aktuelle Flaggschiff, das HTC One M9, ist mit 749 Euro das teuerste Modell der Reihe. Wie es aussieht, scheinen die Taiwaner ihre preibewussteren Kunden aber nicht vergessen zu haben. Ähnlich wie Apple mit seinem iPhone 5c, veröffentlicht auch HTC unter seiner Top-Reihe günstige Ausweich-Modelle. Wer unbedingt ein One-Smartphone kaufen möchte, sich aber kein Handy für 749 Euro leisten kann oder will, der kann auch auf das HTC One A9 für 200 Euro weniger zurückgreifen. Günstig ist es damit zwar noch immer nicht, aber zumindest bezahlbarer als seine großen Brüder.

Unendliche Preiserhöhungen?

Alles wird teurer – das gilt auch für Smartphones. Im High-End-Segment sind die Grenzen offenbar schier nicht existent. Man kann durchaus davon sprechen, dass nicht nur ein Wettkampf um die beste Technik sondern auch um den höchsten Preis entbrannt ist. Immerhin vermittelt der hohe Preis auch immer ein gewisses Image. Wer ein 1000-Euro-Smartphone kauft, erwartet die beste Technik zu bekommen. Ob das immer der Fall ist, lässt sich natürlich vor allem für den Laien schwer beurteilen. Auch wenn die Preise einigen sicher übertrieben erscheinen, Schluss ist hier sicher noch lange nicht. Durch günstige Finanzierungsangebote und Vertragsbindungen werden auch die teuersten Smartphones immer mehr Menschen zugänglich. Allerdings wird der Preisanstieg nicht ewig anhalten. Schließlich schwappen auch immer mehr günstige Alternativen auf den Markt, die es durchaus mit der Konkurrenz aufnehmen können, was die Toleranz-Grenze der Kunden sicherlich ein wenig nach unten verschiebt.

 

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