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10 Jahre iPhone – Die Zukunft hat Geburtstag

Happy Birthday iPhone
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Auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass Apple-Gründer Steve Jobs das erste iPhone vorstellte. Zunächst bestaunt, belächelt und bewundert ist das Smartphone heute der allgegenwärtige Begleiter einer ganzen Generation.

Der Mobilfunk im Jahr 2007 – es war die große Zeit der Tastentelefone, der bunt bepixelten Kriselbildschirme, 3-Megapixel-Kameras und Megabyte-Speicher. Gesucht: Eine Kombination aus Telefon, Musikabspielgerät und Internetzugang, intuitiv bedienbar, funktional und ästhetisch ansprechend.

Steve Jobs presents iPhone
Der mächtige Schatten: Das iPhone wird noch lange als Vermächtnis von Steve Jobs präsent bleiben.

Zehn Jahre nach seiner Erstvorstellung ist das Smartphone mit all seinen Vorteilen so selbstverständlich, dass es schwer fällt sich zu erinnern, welche Revolution Steve Jobs mit dem iPhone seinerzeit losgetreten hat.

Seinerzeit war eine ganze Branche dabei, sich die Zähne an der Aufgabe auszubeißen, die unterschiedlichen Elemente des digitalen Alltags in einem mobilen Gerät zusammenzuführen. Nokia, 2007 und lange davor unangefochtener Weltmarktführer, experimentierte glücklos mit „Symbian“-Handys: Aufgebohrte Display-Telefone mit Touchscreens, die auf Druck reagierten. Auf deutlichen Druck. Kein Vergleich zur sanften Sofortreaktion heutiger Unterwegsbegleiter. Nicht nur die Auflösung war mau, auch die Benutzerführung wirkte vom ersten Tag an verbesserungswürdig. Allzu sehr merkte man der kruden Menüstruktur ihre Wurzeln in den Neunzigerjahren an. Ja, nicht einmal eingefleischte Nokia-Jünger können sich für die tapsigen Versuche des Handyriesen begeistern, das klassische Handy fit für das Internetzeitalter zu machen.

Ähnlich schwer tat sich die Nokia-Konkurrenz. Ob Motorola, Sony Ericsson

Nokia Symbian
Nicht so ganz symbiotisch: Symbian – Nokias Versuch, Handys fit für die Zukunft zu machen.

oder Samsung – sie alle arbeiteten sich daran ab, einem ausgereizten Konzept neues Leben einzuhauchen. Doch trotz Farbdisplay, Kamera und MP3-Player: Was den Handys der unmittelbaren Prä-Smartphone-Generation fehlte, war der Mut zum großen Sprung, zu einem Gerät, das die technischen Möglichkeiten der späten Zweitausender in eine Synthese übersetzte, das Spaß machte, überzeugend funktionierte und obendrein optisch ansprechend daherkam.

Vom Retter zum Guru: Steve Jobs und der Weg zum iPhone

Steve Jobs, heute unwidersprochene Legende des technischen Fortschritts war erst Ende der Neunziger Jahre zum einst von ihm gegründeten Unternehmen zurückgekehrt und hatte dem darbenden Unternehmen nicht weniger verordnet als eine evolutionäre Radikalkur. Getrieben von der Einsicht, dass Bedienbarkeit mit jeder Technologie neu erfunden werden muss, hatte er erst die PC-Branche mit dem iMac (1998) aufgemischt, um anschließend mit dem iPod dem Mp3-Player-Geschäft einen gewaltigen Design-Schubs zu verpassen. Spätestens nach dem Start des iPod 2001 war klar, wie Jobs seine Vorstellungen von funktionaler Ästhetik in die Wirklichkeit zu übertragen gedachte: Mit Nachdruck.
Dennoch, als er das erste iPhone auf der Macworld 2007 einer ebenso neugierigen wie skeptischen Öffentlich präsentierte, war bei weitem nicht klar, dass es die beste Antwort auf die Suche nach dem digitalen Alleskönner war. Das erste iPhone erwies sich in der Tat eher als Inspiration denn als Einnahmequelle. App-Store: Fehlanzeige. Dem iPhone fehlte ein UMTS-Modem ebenso wie eine echte Highend-Kamera. Mit ihren zwei Megapixeln lag sie seinerzeit hinter den Spitzen der Branche.

Motorola Razr
Scharf wie ein Messr: Das Motorola Razr war eines der beliebtesten Handys der Prä-Smartphone-Ära.

Apple hatte einen Showcase vorgelegt; bis zum eigentlichen Siegeszug des Smartphones sollte es noch ein Jahr dauern, erst das 2008 erschienene iPhone 3G untermauerte die weltweite Erfolgsgeschichte mit millionenfachen Verkaufszahlen und einer ganzen Armada von Konkurrenzmodellen, die sich alle am großen Vorbild orientierten – bis heute.

Zehn Jahre iPhone = zehn Jahre Smartphone

Welche gewaltige Umwälzungen das iPhone auslöste, zeigt sich am besten an Nokia: Dem einstigen Weltmarktführer, berühmt für ausdauernde und robuste Geräte, der in seinen besten Zeiten den Handymarkt beinahe nach Belieben dominiert hatte. Dieses alte, das „ursprüngliche“ Nokia ist mittlerweile Geschichte und feiert nach einem unrühmlichen Ende und Beinahe-Aus in diesem Jahr Wiederauferstehung als Rumpfmarke. Und für was? Natürlich für Smartphones. Kaum zu begreifen ist der massive Wandel, die regelrechte Flut des Digitalen, die erst mit der Erfindung des Smartphones tatsächlich im Alltag angekommen ist.
Der Siegeszug von Android, der arabische Frühling, Snapchat und Mobile-Shopping, allesamt Teilstücke des gewaltigen Phänomens Smartphone. Allesamt undenkbar ohne die gewaltige Umwälzung, die mit dem iPhone begann.

Android: Das Leben der anderen

2009 hatte die Branche den ersten Schock verdaut, und ebenso schnell wie klar war, dass Apple gedacht, die eben losgetretene Revolution allein zu Ende zu bringen, stand Google bereit mit einem Betriebssystem, das die Vorzüge des Apple-Systems übernahm und mit wenig Aufwand für andere Hersteller individualisierbar machte. Sehr zum Missfallen des iPhone-Erfinders. Das erste Android-Smartphone? Natürlich ein Samsung, wen wundert’s?
Über 80 Prozent des Markts werden heute von Android-Geräten abgedeckt, bis heute ist Samsung der weltweit größte Smartphone-Hersteller, wenn auch zunehmend bedrängt von der aufstrebenden Konkurrenz aus China. Das Konzept der intuitiven Bedienoberfläche hat längst das Internet selbst eingeholt. Sollten Webseiten vor einigen Jahren noch „responsive“ sein, also jederzeit anpassbar auf alle Formate, ist heute „mobile first“ das Schlagwort der Stunde: Das Smartphone als Leitmedium ganzer Branchen, „überall“ als letzter Imperativ der Verfügbarkeit.

Und Apple?

Für Apple ist das iPhone längst Fluch und Segen zugleich. Schon lange ist es die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens. Es ist nicht weniger als das Fundament von Apples legendärem Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Und doch: Die Marke schwächelt. Der Marktanteil stagniert, andere Unternehmen wie Google und Samsung haben vom Trend mindestens ebenso profitiert, und zuletzt wurden Stimmen lauter, die Jobs-Nachfolger Tim Cook eine gewisse Erlahmung der Innovationsfähigkeit des Unternehmens vorwarfen. So ist Apple heute auf Gedeih und Verderb an den Erfolg des iPhone gebunden, von Jahr zu Jahr.

Übrigens: Der ganz große Erfolg des klassischen Handys währte ebenfalls gut zehn Jahre, dann kam das iPhone und warf alles über den Haufen. Na, da kann man doch ruhig sagen:

Hast Dich gut gehalten, alter Junge. Happy Birthday, iPhone!

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