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Grüne Woche – Unsere IFA-Highlights

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Gewiss, gewiss – die IFA ist Geschichte, gestern ging die Internationale Funkaustellung 2016 zuende. So mancher Messediener wird zweifellos dankbar sein, seine Füße nicht länger im Wiegeschritt strapazieren zu müssen. Wir hingegen hatten am Dienstag noch die Gelegenheit zu einem flinken 7-Stunden-Durchmarsch.

Die IFA bot in diesem Jahr einige Highlights, die ganz große Revolution war vielleicht (noch) nicht dabei, und doch gab es so manches zu sehen. Schwerpunkte waren eindeutig Virtual Reality und das sagenumwobene Internet of Things – „Smart Home“ im 2016er Neusprech.

Big in Japan

Für Smartphone-Freunde wohl die größte Freude: Sony legt nach. Nachdem das Sony Xperia Z5 zuletzt nicht ganz wie erwünscht zünden konnte, hat sich Japans großer Elektro-Multi auf traditionelle Werte besonnen und ist nochmal voll durchgestartet – zunächst mit dem Mittelklassemodell Xperia X5, und nun zur IFA mit einem neuen Flaggschiff, dem Sony Xperia XZ – das sich in der Tat sehen lassen kann. Das Erscheinungsbild des neuen Vorreiters darf getrost als „klassisch“ bezeichnet werden, das allerdings tut der Sony-typischen Qualität in puncto Verarbeitung und Interieur wahrlich keinen Abbruch: Mit Snapdragon 820 und Full-HD zaubert Sony zwar keine Karnickel aus dem Hut, liefert aber ein überzeugendes Smartphone ab, das auf mittlere Sicht problemlos in der Oberklasse mitspielen kann. Dazu trägt wieder einmal vor allem die mehr als gute Kamera bei, die mit 23 Megapixeln und 3D-Sensor eine wahrlich glänzende Figur macht

Das neue Xperia XZ

Deutlich handlicher, nämlich 4,6 Zoll stark präsentiert sich das ebenfalls auf der IFA vorgestellte Sony Xperia X Compact. Hier setzt Sony auf solide Mittelklassetechnik mit Snapdragon 650, 3 GB RAM und HD-Auflösung. Beide Smartphones sollen gegen Ende September auch in Deutschland verfügbar sein und dürften die Handylandschaft vor Start der Jahresendrallye angenehm aufwerten.

TV auf der IFA

Was fürs Auge

Wie erwähnt – Smart Home ist der dicke Herstellertrend der kommenden Jahre, hier spielen mittlerweile Unternehmen wie Devolo und OSRAM mit, aber auch vermeintliche Branchendinosaurier wie RWE und Busch-Jäger sind mit von der Partie. Mehr als 40 Unternehmen präsentierten sich auf der IFA in diesem Jahr mit Produkten der noch jungen Sparte. Vor allem Einbruchssicherheit, Energieersparnis und Komfort standen dabei im Vordergrund. Eins der hierzulande bekanntesten Beispiele im Kleinen ist wohl Philips mit seiner heimelig-Hightech-Glühbirne „Hue“. Fand bei uns bislang noch keine Anwendung, aber beim Spielen dann doch überraschenderweise Zustimmung. Nett für alle, die bislang noch kein Ambilight am Fernseher hatten.

Besonders spannend für alle Hemdenträger, und davon gab es einige, war jedoch ein Automat, der Wäsche selbst zusammenlegt. Geht zur Not auch ohne Internet, dürfte aber der Vorstellung vieler Menschen vom digitalen Zuhause näher kommen als Jalousien, die nach Sonnenuntergang automatisch schließen.

Ausstellerfreuden

Wer bewusst offenen Auges durch die heiligen Hallen der Elektroindustrie wandelt, bemerkt mit Staunen, dass nicht nur die ausgestellten Produkte zum Ausprobieren und Wundern einladen. Mindestens genauso verblüffend sind die Ergebnisse einer ganzen Showroom-Industrie. Von fliegenden Seidentüchern über rosa schimmernde Decken bis hin zu LG’s imposanter begehbarer Monitor-Röhre reicht da das Spektrum staunenswerter Spielereien – freudig investierte Marketingmittel; das alles nur zum besseren Verständnis des Kunden, versteht sich.
Aber gut, selbst die Kirche braucht Glocken. Nett: Eine Modelllandschaft bei ZTE, die im Blick durch durch Optik und Display die Schärfe der verwendeten Kamera verdeutlicht.
Manchmal geht es halt auch ne Nummer kleiner. Praktisch auch: Werbeflächen für Fachbesucher 😉

DEINHANDY. auf der IFA

Handys, Handys, Handys

Wer hätte zur Jahrtausendwende absehen können, welche Allgegenwart Smartphones eines Tages erringen würden? Vermutlich niemand, aber klassische Handys waren ja auch überschaubar beeindruckend. Aber während in früheren Jahren, ja Jahrzehnten, Fernseher die ganz große Rolle auf der IFA spielten, sind sie heute vor allem gut inszeniertes, aber letztlich schmückendes Beiwerk;  hochauflösend zwar und dabei hauchdünn, aber aller Präsentationskunst zum Trotz bei weitem nicht mehr mit der familienheiligen Bedeutung aufgeladen, die ihnen in früheren Zeiten zukam.
Aber Apropos klassische Handys: Es gibt sie tatsächlich noch, als Parallelprodukte des Seniorenhandy-Herstellers Doro. Wir haben uns beides aus der Nähe angesehen und müssen zugeben, dass  verblüffend durchdacht ist, was dort stattfindet. Denn aller Jugendbegeisterung zum Trotz gilt: Unsere Gesellschaft altert, und die Zielgruppe wächst.

Handy
Quad-Copter
Nubia-Smartphone

Gut an der IFA – neben den üblichen Verdächtigen wie Samsung, Sony & Co gibt es hier auch immer Produkte anderer Hersteller zu sehen, die sonst nicht automatisch im Einzelhandel ausliegen. Gelungene Präsentationen gab es von Archos, Wiko und Phicomm. Ex-MP3-Spezialist Archos versucht sich aktuell in Diversifizierung und bietet nebst einer ausgewogenen Serie von Mittelklasse-Smartphones eine eigene Leichtgewichtdrone an, die mit 100€ für Full-HD und einer Flugzeit von fünf Minuten Käufer im Low-Budget-Bereich anziehen soll. Nett daran: Austauschbare Akkus und eine Fernbedienung, in die das Smartphone als Cockpit-Monitor eingeklickt werden kann.

Hightech aus Fernost

Unerwartet: Vor allem der chinesische Konzern ZTE und sein Ableger Nubia hatte es uns angetan. Während Nubia in früheren Jahren noch als reine Wortmarke von ZTE selbst verwendet wurde, geht man jetzt ähnliche Wege wie Konkurrent Huawei, der seine Tochtermarke Honor als Schwergewicht in der Mittelklasse positionierte. Nubia zeigte an seinem Stand ein Kamera-Stop-Motion-Verfahren, mit dem es möglich ist, Handybilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu kombinieren. Ein hübsch anzusehendes Gimmick immerhin, das Raum für jede Menge Farbspielereien lässt. Die Smartphones beider Hersteller können sich sehen lassen, ZTEs aktuelles Flaggschiff Axon 7 dient derzeit außerdem als Basis für eine eigene VR-Brille, die aber noch in der Entwicklung ist.

Mamibot Staubsauger
Smarter Kleiderschrank

Auch Moto-Mutterkonzern Lenovo war auf der IFA mit seiner eigenen Produktlinie vertreten – die hierzulande sonst eher nicht anzutreffen ist. Lenovo-Handys könnten eine interessante Alternative zur altbekannten Markenwelt sein, sollt der chinesische Großkonzern den Schritt auf den europäischen Kontinentalmarkt wagen. Vor allem das riesenhafte Phab 2 Pro stand hier im Mittelpunkt – 6,4 Zoll Bildschirmdiagonale, die sich zur Not auch als Tablett verwenden lassen.
Ja Tablett – nicht Tablet. Was für ein Gerät.
Interessant war hier vor allem die Integration von Googles Augmented-Reality-Software „Tango“, die sich nach einigem Ausprobieren als erstaunlich alltagstauglich erwies.

Ein weiterer großer Überraschungscoup ist übrigens ohne Zweifel dem Einzelhandelszulieferer Medion gelungen. Der sonst als Aldi-Elektroniker bekannte Konzern lieferte mit dem Medion Life X5520 ein gelungenes Allround-Smartphone für die Mittelklasse ab, das mit 5,5-Zoll-Display in Full-HD und einem Snapdragon 430 mit 4 GB Ram punkten konnte. Die Verarbeitung wirkt ausgereift, das Handling flüssig und komfortabel. Das Medion-Medium dürfte voraussichtlich ab dem 4. Quartal zu einem Preis von rund 300€ auf den Markt kommen und richtet sich damit gezielt an Käufer, die nach einem Weihnachtsschnäppchen Ausschau halten.

Augmented Reality auf dem Smartphone
Halle der Telekom
Profi-Herd

Und was gab’s noch?

Allerhand – wer sich fernab von Fernsehern, Handys und VR-Brillen in die tiefer gelegenen Messegewölbe hinabwagte, konnte einen tiefen Blick auf die Geheimnisse des internationalen Staubsauger-, Kühlgeräte- und Kombiherd-Business werfen. Fazit: Auch wenn sich hier bereits erste Displays finden lassen, sind die meisten Kunden offensichtlich dem Retro-Chic zugetan, oder dem zeitlos-weltraumsterilen gebürsteten Metall. Das Grundbedürfnis nach Distinktion ist dabei ebenso ungebrochen wie die Suche nach althergebrachter Gemütlichkeit.

Gastrosexuelle Gutverdiener dürfen sich auf eine ganze Armada von Thermomix-Alternativen (vernetzt), Gas-Elektro-Kombis (unvernetzt) und Kühlschränken im Kindersargformat freuen.
Der Trend zum „Bigger is better“ hat seinen Siegeszug derzeit vom Auto in die Küche verlagert. Die CO2-Bilanz einiger der von uns besichtigten A+++-Küchenraumschiffe lässt so manchen Kleinwagen wie einen ökologischen Musterknaben dastehen . Apropos Kleinwagen: Unser liebstes Schmuckstück der Ausstellung war ein 7-flammiger Gasherd mit zwei(!) Elektroöfen aus dem Portfolio eines deutschen Hochpreis-Weißwarenspezialisten. Entspannte 15000€ können hier in den nächsten TK-Pizza-Brenner investiert werden.

Na gut, wer das Geld parat hat, interessiert sich eh nicht für Kleinwagen.

Fazit: Viel zu sehen, einiges davon zum Staunen und manches zum Kopfschütteln. Auch wenn wir noch viel zu erzählen hätten, wollen wir uns jetzt wieder auf unser Kernthema konzentrieren.
Aber eines ist klar: Wir kommen wieder.

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