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Von der Virtual Reality zur Wirklichkeit

Die virtuelle Realität – nicht erst in unseren Tagen gilt sie als wahrgewordene Verheißung, als Raum unendlicher Möglichkeiten einer endlich im Wortsinn grenzenlosen Fantasie.
Schon seit Jahrzehnten berauschen sich Menschen an der Vorstellung einer von Maschinen generierten, nahezu physisch erlebbaren Wirklichkeit. Hollywood und Videospielproduzenten haben sich seit jeher beim Konzept der „virtual reality“ bedient. Holo-Decks, betretbare Computerwelten, stereoskopische Animationen – sie alle sind Ausdruck einer rasanten Entwicklung, die nun anscheinend wirklich mit den neuesten VR-Brillen ihren vorläufigen Höhepunkt findet.

Mittlerweile haben Entwickler und Unternehmen ganz unterschiedliche Ansätze zur Marktreife gebracht – abhängig davon, welcher Branche das entwickelnde Unternehmen entstammt. Wir haben einen Blick auf die aktuelle Entwicklung geworfen und zeigen Euch auch, welche VR-Lösungen für Smartphone-Freunde am interessantesten sind.

Oculus Rift

Oculus-Rift-2Gewissermaßen der Archetyp ihrer Branche ist die Oculus Rift. Bereits im Frühjahr 2013 begann das damals eigenständige Unternehmen Oculus damit, den Prototyp seiner VR-Brille an ausgewählte Entwickler auszuliefern – zu Testzwecken. 2014 wurde Oculus von Facebook übernommen – für den beeindruckenden Preis von rund zwei Milliarden US-Dollar. Im Frühjahr 2016 hat Oculus die erste Consumer-Version seiner VR-Brille auf den Markt gebracht. Stolze 599 Dollar kostet das Spielzeug, für Besteller aus Deutschland kommen noch Zoll und Versandkosten obendrauf.

HTC ViveHTC Vive product 5

HTCs Vive lässt sich als Antwort der Gaming-Industrie auf das neue Konzept verstehen. Hier haben sich mit HTC und Steam zwei Unternehmen zusammengetan, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite der für seine Smartphones bekannte taiwanische Großkonzern und der Game-Distributor auf der anderen Seite. Die HTC Vive setzt auf ein offenes Software-Konzept, das prinzipiell allen Spiele-Entwicklern den Zugang zur 3D-Umsetzung ermöglichen soll und punktet von vornherein mit zusätzlichen Freihand-Controllern.

Zwei Hersteller, eine Konzept

Beiden Systemen gemein ist, dass sie auf möglichst umfassende „Immersion“ setzen, also die Einbeziehung des Betrachters in die dargestellte Welt. Erreicht wird das durch einen besonders weiten Betrachtungswinkel, der ein Bild erzeugt, das praktisch ohne sichtbare Ränder auskommt. Auf diese Weise erhält der Betrachter den Eindruck einer ihn umgebenden virtuellen Realität. Allerdings ist dieses Verfahren sehr rechenintensiv und erfordert einen externen Computer, und da auch bitte keinen ganz langsamen. Aktuellste Hardware von Nvidia oder AMD gilt hier schon mal als Grundvoraussetzung.

Microsoft HoloLens

Microsoft-HoloLens-RGBEinen etwas anderen Ansatz verfolgt der Betriebssystemspezialist Microsoft. Ja, auch die Redmonder mit den Office-Paketen haben eine eigene VR-Brille in Entwicklung. Dabei setzt man auf ein Prinzip, das sich „Augmented Reality“ nennt, also eine erweiterte Realität. Und in der Tat, das Konzept ist verblüffend: Der Betrachter sieht Objekte und Elemente der virtuellen Realität – perfekt integriert in die wirkliche Umgebung, etwa einen Spalt in der Wand, der in eine Spielewelt führt, oder ein dreidimensionales Spielbrett auf dem Wohnzimmertisch. Einen genauen Veröffentlichungstermin der HoloLens hat Microsoft noch nicht bekannt gegeben, aber es ist damit zu rechnen, dass sich die HoloLens möglichst nahtlos in das bestehende Xbox- Universum einfügen dürfte.

cardboard.2x519Google Cardboard VR

Auch Internetriese Google mischt kräftig mit im Wettrennen um die Virtual-Reality-Krone. Bereits 2014 veröffentlichte der Suchmaschinenbetreiber eine einfache Lösung, um Smartphones im Nu VR-fähig zu machen. Der günstige Einstieg kostet gerade mal ein paar Euro und erfordert lediglich etwas Fingerfertigkeit beim Zusammenbasteln. Mit der im Playstore verfügbaren App verwandelt sich das eigene Smartphone dann mit wenigen Handgriffen in ein vollwertiges Einsteigermodell in die virtuelle Realität.

Samsung GEAR VR20151106CIWRKM8MC162UXXYJXOIENUM

Als erster Smartphonehersteller hat auch Samsung die Tragweite des neuen Technologietrends erkannt und mit Höchstgeschwindigkeit ein eigenes Modell auf den Markt gebracht. Die Gear VR ist in Zusammenarbeit mit Branchenprimus Oculus entstanden, unterscheidet sich jedoch gravierend von dessen Modell Rift. Bei der Gear VR wird das eigene Smartphone im Halteschacht montiert, das dann als Display und Rechner in einem fungiert. Kaum Hundert Euro kostet die VR-Lösung von Samsung. Eine elegante Lösung mit einer empfindlichen Einschränkung: Bislang bleibt die Gear VR Eigentümern der Galaxy-S-Modelle und der Note-Serie des südkoreanischen Weltmarktführers vorbehalten.

360-VR-medium01LG 360 VR

Den diesjährigen Überraschungscoup zum Mobile World Congress landete Samsungs größter Inlandskonkurrent LG. Die Koreaner hatten mit dem LG G5 nicht nur ein Leistungsstarkes Smartphone in petto, sondern präsentierten ihr multifunktionales Wunderwerk auch gleich gemeinsam mit ihrer neuentwickelten VR-Brille LG 360 VR. Ähnlich wie Samsungs Gear VR ist auch die 360 VR von Haus aus auf die Verbindung mit einem Smartphone vorbereitet. Allerdings besitzt sie selbst zwei kleine Bildschirme – ein Einklipsen ist also nicht notwendig. Trotzdem scheint die 360 VR noch nicht ganz ausgereift zu sein. Tester bemängelten in ersten Voraberprobungen den vergleichsweise unkomfortablen Sitz und unschöne Lichtspalten zwischen Gehäuse und Gesicht.

Fazit

Während in früheren Jahren die Hardware noch hoffnungslos der Phantasie hinterher hinkte, tut sich heute Einiges auf dem Markt für virtuelle Realität. Zwar sind die Preise der Top-Hersteller noch vergleichsweise hoch, aber wir stehen auch noch ganz am Anfang eines Trends, der für einigen Wirbel in der medialen Verwertungskette sorgen dürfte. Mit größerer Verbreitung und höheren Absatzzahlen dürfte auch der Endpreis der VR-Brillen in den kommenden Jahren deutlich sinken. Gleichzeitig ist neben Kino und Gaming auch noch mit einer Vielzahl neuer Anwendungen zu rechnen, etwa im professionellen Bereich in Forschung und Medizin. Aber auch der Einzelhandel kann von der neuen Technologie profitieren. Etwa durch Vorabpräsentationen neuer Waren am geplanten Ort oder eindrucksvolle Vorher-/Nachher-Präsentationen.

 

 

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