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Xiaomi – Der Underdog?

China-Phones
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von Juliane Adamczyk

Der Rivale holt auf

Ein chinesisches Smartphone-Unternehmen katapultiert sich in nur vier Jahren auf einen der vordersten Plätze unter den Smartphone-Herstellern. Die Rede ist natürlich von Xiaomi! Da zwingt sich uns natürlich die Frage auf: Wie hat das erst 2010 gegründete Unternehmen das geschafft? Was haben die sogenannten China-Phones an und vor allem in sich, dass sie mit den Großen der Branche wie Samsung und Apple mitziehen können? Das wollen wir, das DeinHandy-Team, nun genauer unter die Lupe nehmen.

Schon in den ersten vier Jahren hat sich der Smartphone-Entwickler aus Peking immer wieder selbst übertroffen. Ein Beispiel: Im Jahr 2015 stiegen die Verkaufszahlen von Xiaomi-Smartphones um rund ein Drittel auf beinahe 70 Millionen. Da wundert es nicht, dass Xiaomi mittlerweile der größte Handyfabrikant Chinas ist. Im weltweitem Ranking steht Xiaomi an dritter Stelle, hinter Samsung und Apple.

Eine Erklärung für den rasanten Erfolg könnte die offensive Preispolitik sein. Die große Vision von Firmengründer Lei Jun lautet: „High-quality technology doesn’t need to cost a fortune.“, zu Deutsch also etwa: „High-Tech muss nicht teuer sein“ (Quelle: http://www.mi.com/en/about/). Das macht neugierig, vor allem vor dem Hintergrund aktueller Neuveröffentlichungen auf dem europäischen Markt.
Also Butter bei die Fische: Wie erklärt sich Xiaomis anhaltender Erfolg? – Ganz einfach: Mit dem Mi! Begonnen hat die Erfolgsserie vor ein paar Jahren mit dem Mi 1. Das aus Kunststoff bestehende Smartphone verfügte über einen Snapdragon-S3-Bordrechner, 1 GB Arbeitsspeicher und einen erweiterbaren Speicher von 4 GB. Die Kamera löste mit 8 Megapixeln auf, und das war zu dieser Zeit schon eine ansehnliche Sache. Zu jedem Mi gab es in der Vergangenheit jeweils eine günstigere Variante mit weniger Features und eine teurere Version mit aufwendigen Extras. Ausstaffiert mit stylischen Headphones und vielerlei anderem Zubehör steht Xiaomi der etablierten Konkurrenz in nichts nach. Und auch im Marketing setzt man sich nicht nur auf Mundpropaganda. Homepage und Werbung sind innovativ, das Unternehmen präsentiert sich jung und modern.

Gute Technik – Fragwürdige Methoden

Allerdings hieß es 2014 in einem Bericht, dass ein Produkt von Xiaomi, das RedMi Note im Hintergrund SMS, Nachrichten und Fotos an einen Server in der Volksrepublik China sendet, sobald es mit 4G oder WLAN verbunden ist. Stichwort Backdoor!
Auch nach dem Rooten oder Zurücksetzen des Gerätes schien sich daran nichts zu ändern. Xiaomi äußerte sich zerknirscht, dass Nutzer nach einem zusätzlichen Update in Zukunft gefragt werden sollten, ob sie ihre Daten „sichern“ wollten. (Quelle: https://plus.google.com/+HugoBarra/posts/bkJTXzyXXmj). Übel stieß manchem auch auf, dass Xiaomi in der Vergangenheit keine Eile damit bewies, seine Quellcodes zu veröffentlichen. Damit verstieß der chinesische Großkonzern nicht nur gegen die Gepflogenheiten der Community, sondern auch gegen die eigenen Lizenzbestimmung (GPL). Allerdings kam das Unternehmen allen Forderungen im letzten Jahr nach und stellte alle erforderlichen Quellinformationen zur Verfügung.

Die Wende zu einem neuen Image soll nun mit dem Mi 5 gelingen. Vorgestellt am 1. März, muss sich das Mi 5 keineswegs vor der großen Konkurrenz von Apple, LG oder Samsung verstecken. Ganz im Gegenteil! Im edlen Aluminium-Glas-Gehäuse kann sich das kleine Wunderwerk wahrlich sehen lassen. Die Premium-Variante zieht die Blicke mit einer ungekannten Innovation auf sich: Einem Keramik-Gehäuse, dass stabiler als Metall sein soll. Die Kanten sind griffig abgerundet, und das 5,15 Zoll große Display löst in Full-HD auf. Im Inneren wurde der neue Snapdragon 820 von Qualcomm verbaut, der auch im neuen Flaggschiff von LG und der asiatischen Version des Samsung Galaxy S7 zu finden ist. Der 3 GB große Arbeitsspeicher sorgt dabei für flüssigen Rundum-Komfort der Extraklasse. Die Hauptkamera löst mit 16 Megapixeln auf, und die Frontkamera mit immer noch ordentlichen 4 MP. Ausdauer bietet der mit Schnelladefunktion ausgestatte Akku mit seinen 3000 mAh. Für ein ordentliches Aha-Erlebnis sorgt das Mi 5 aber beim Preis: Gerade mal rund 300 Euro werden fällig für die Basis-Version.

Jetzt schon zugreifen?

Gibt es auch einen Haken? Nun ja, bislang ist das Xiaomi Mi 5 nur als Importware in Europa erhältlich. Hugo Barra, Ex-Googler und Vizepräsident von Xiaomi, gab bekannt, dass zunächst der indische Markt erschlossen werden soll. Von Europa ist bislang noch keine Rede. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass die in Deutschland wichtige LTE-Frequenz im 800-MHz-Bereich vom Mi 5 nicht unterstützt wird. Dennoch, wir lassen uns nicht entmutigen. Europa und die USA sind ein wichtiger Absatzmarkt, und wir wagen die Prognose, dass Xiaomi in den nächsten zwei Jahren ein großes Auge auf uns werfen wird.

 

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