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Die Wiedergeburt des Störenfrieds

AdPhones Beitragsbild
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Internet 2016 bedeutet nicht nur Highspeed, Smartphone und On-Demand, es markiert auch eine Wende zu neuen Seh- und Hörgewohnheiten, nämlich zum unterbrechungsfreien Medienkonsum. Klingt zunächst mal sperrig, bedeutet aber ganz einfach: Fernsehen ohne Werbung. Und Musik natürlich auch. Sogar die Nachrichtenwelt stellt sich inzwischen mit kostenpflichtigen Exklusivinhalten den ständig sinkenden Einnahmen entgegen. Werbefreiheit gegen Gebühr – Ein unaufhaltsamer Trend. Oder?

Spotify, seines Zeichens vermutlich bekanntester Musikanbieter weltweit, vermeldete erst vor wenigen Tagen den Durchbruch zur 100-Millionen-Nutzer-Grenze, von denen bereits 30 Millionen zahlende Kunden sind. Und auch Amazon Prime, Netflix & Co. vermelden seit Jahren stetig wachsende Nutzerzahlen. Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem für den deutschen Markt, bedenkt man die Zurückhaltung der Nutzer in früheren Zeiten. Wirklich klassische „Pay-TV“-Anbieter hatten es in früheren Jahren hingegen schwer, bei uns Fuß zu fassen (erinnert sich noch jemand an Premiere?), sie gelangten nie wirklich zuverlässig in die Gewinnzone.

Werbung im Fernsehen
Immer noch der beste Grund zum Ausschalten: Werbung auf dem Bildschirm

Qualität statt Massenware

Dabei haben Bezahldienste durchaus ihre Legitimation – mit entsprechenden Vorteilen für Anbieter und Nutzer. Der Nutzer kann sich über weitestgehend werbefreie Inhalte und zunehmend hochwertige Inhalte freuen, z.B. Eigenproduktionen á la HBO oder Netflix, während der Anbieter mit zuverlässig fließenden Einnahmen planen kann – etwa um die genannten Eigenproduktionen anzuschieben. Eine echte Win-Win-Situation, richtig verstanden.
Als ältestes Beispiel eines hochwertigen Paymentdienstes kann in Deutschland übrigens tatsächlich good old öffentlich-rechtliches Fernsehen gelten. Gut, sprechen wir mal nicht über die demokratische Legitimation des Rundfunkbeitrags, das ist ein anderes Thema, aber die Qualität der produzierten Inhalte, Formate und Nachrichten ist in aller Regel über jeden Zweifel erhaben. Ja, Rosamunde Pilcher ist eine andere Geschichte, aber auch bei Netflix zahle ich für Sachen, die ich mir nie im Leben ansehen würde. Das machen dann eben andere Leute.

Rabattiert dank Werbung – Ein unmoralisches Angebot?

Den umgekehrten Weg geht jetzt Online-Handelsriese Amazon. Und das auch noch bei Handys.

Handys günstiger durch Werbung
So sehen sie aus – die vergünstigten Smartphones © Amazon.com 2016

Ja, einige von Euch wissen bereits worum es geht: Wer bei der US-Seite des Online-Händlers ein Smartphone vom Typ Blu R1 oder das neue Moto G4 bestellt, hat neuerdings die Wahl zwischen der klassischen Variante und einer pre-stocked Version beider Geräte. Letztere ist dann nicht nur von Haus aus mit einem ganzen Fuder von Amazon-Apps ausgestattet, sondern blendet auch während der Nutzung und auf dem Lock-Screen regelmäßig Werbung ein. Dass die Stock-ROM-Apps von Amazon nicht einfach entfernbar sind, versteht sich da schon fast von selbst. Eine bemerkenswerte Umkehrung des Subventionsprinzips, aber vermutlich eine aussichtsreiche. Denn während das Moto G4 mit Werbe-Rabatt statt 199$ nur noch 149$ kostet, ist das Blu R1 mit Werberabatt bereits für schlappe 49$ zu haben! Aber Amazon wäre nicht Weltmarktführer, wenn man irgendetwas zu verschenken hätte, und so wird der Rabatt in Form eines 50$-Geschenkgutscheins für -natürlich- Amazon.com ausgezahlt.

Das lernen wir daraus

Vor allem dies: Dass Amazon nicht ohne Grund an der Spitze steht. Denn was wie ein günstiger Rabatt aussieht, ist in Wahrheit die eierlegende Wollmilchsau – für Amazon. Der Endpreis wird am Ende doch bezahlt, und der Kunde erhält obendrein noch Werbung. Garantiert.
Ziemlich smart, Amazon.

Oh… übrigens, auch günstig und ganz ohne Werbung: 

Die besten Smartphones von HTC

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