Darknet – Der Supermarkt für Kriminelle?

Nach der erfolgreichen Festnahme dreier Beschuldigter ist das Darknet erneut in den Medien. Nach einer mehrjährigen internationalen Ermittlung gelang amerikanischen, niederländischen und deutschen Behörden die Festnahme der Betreiber des sogenannten Wall Street Market. Was es damit und dem Darknet auf sich hat, erfährst Du hier:

Wall Street Market, Valhalla/Silkkitie oder Deepdotweb sind für gewöhnliche Internet-User böhmische Dörfer. Mit dem Begriff Darknet können schon mehrere etwas anfangen, da zurzeit viel darüber in den Medien diskutiert wird. Im Darknet gibt es eben Plattformen mit diesen Namen, die illegale Waren anbieten.

Was ist das Darknet?

Wir nutzen ganz üblich das Internet, das so genannte Surface- oder Visible-Net, gehen shoppen, lesen Nachrichten oder posten unsere neusten Erlebnisse. Alles geschieht auf der Oberfläche. Unter dieser Oberfläche gibt es das Deepweb. Dazu zählen Seiten, die nicht über Suchmaschinen zu finden sind. Es geht dabei meist um themenspezifische Fachdatenbanken, das hat mit Kriminalität nichts am Hut.

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Innerhalb dieses Invisible-Nets existiert das Darkweb, das über den kostenfreien Browser TOR mit den richtigen Zugangsdaten aufgerufen werden kann.
Das Darknet ist ein verschlüsselter Teil des Internets. Der Zugang setzt sowohl die Verwendung spezieller Browser sowie die Kenntnis der richtigen Domains voraus.

Was ist der Wall Street Market?

Der Wall Street Market ist eine Plattform des Darknets auf dem illegale Warn und Dienstleistungen angeboten werden. Der Markt funktioniert wie ein gewöhnlicher Onlineshop, auf dem Nutzer Waren anbieten und Kunden kaufen können. Die Güter werden nicht von den Shop-Betreibern, sondern von „Händlern“ inseriert. Angeboten werden vor allem Malware, also Computerviren, Waffen, Drogen, Daten und gefälschte Dokumente. Der Wall Street Market galt als eine der größten Plattformen im Darknet, die von Behörden nun ausgeschaltet wurde. Die Betreiber, drei junge Deutsche, wurden festgenommen. Zudem konnten amerikanische Beamte mehrere Waffen- und Drogenhändler in den USA festnehmen.

Noch bevor der Beschlagnahmung des Wall Street Market wurden auch die Website Valhalla und vor wenigen Tagen Deepdotweb beschlagnahmt. Deepdotweb stellte Links zu Darknet-Märkten wie dem Wall Street Market oder Valhalla her.

Wie funktioniert das Darknet?

Über die Browser TOR, I2P oder Freenet wird der Zugang zum Darknet freigemacht. Warum? Weil die Verschlüsselung keine Rückverfolgung über die IP-Adresse möglich macht. Anonymes Surfen zieht aber nicht nur Sicherheitsfreunde an, sondern auch zwielichtige Gestalten. Im Google Play Store kann ganz einfach die Vermittlungsanwendung Orbot installiert werden, der Onion-Browser für iOS-User im App Store. Diese benutzen TOR und das garantiert verschlüsseltes Surfen.

Daten werden in diesem System nicht direkt zugesandt, sondern über viele Knotenpunkte und Proxy-Server weltweit umgeleitet, die sich permanent ändern. Daher kann die Quelle nur schwer zurückverfolgt werden. Das ist super um seine eigenen Daten zu verschlüsseln, allerdings ist dies auch ein tolles Tool für Kriminelle. Gezahlt wird in Bitcoins und anderen digitalen Währungen.

TOR Browser

Darknet – Nicht nur für Kriminelle

Waffen, Drogen, Falschgeld – Alles bekommen User angeblich im Darknet. Jedoch bietet das unsichtbare Netz auch Möglichkeiten, an die wir in unserer westlichen Welt nicht sofort denken: Zensurfreiheit. Das Darkweb wird vor allem als Plattform für freie Meinungsäußerung genutzt. Auch Facebook findet man im TOR-Browser. Unter der Adresse https://facebookcorewwwi.onion können Menschen aus Ländern mit starker Zensur auch auf das soziale Netzwerk zugreifen, das sonst verboten ist.

Wie gefährlich ist das Darknet?

Neben der Informationsfreiheit bieten Seiten auch dubiose Waren an. Von Prostitution bis zum Auftragskiller finden kundige User alles im Darknet. Es gibt zahlreiche Anleitungen im Netz wie an diese Seiten zu gelangen ist und genau das macht es sehr leicht für Kriminelle.

Durch die Zusammenarbeit internationaler Behörden scheint nach Jahren endlich ein Stein ins Rollen gebracht zu sein, kriminellen Online-Handel endlich Einhalt zu gebieten.

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